Cinque Terre im Sommer: Lohnt sich die Reise wirklich?

Türkisblaues Meer, pastellfarbene Häuser, steile Weinberge und schmale Gassen: Die Cinque Terre an der ligurischen Küste Italiens gehören zu den meistfotografierten Reisezielen Europas. Doch lohnt sich ein Besuch im Sommer wirklich – oder wird das Paradies von Touristenströmen überrollt?

Fünf Dörfer wie aus dem Bilderbuch

Die Cinque Terre bestehen aus fünf kleinen Küstendörfern: Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Jedes hat seinen eigenen Charakter – von Monterossos langen Sandstränden bis zu den romantischen Häfen von Vernazza und Manarola. Gemeinsam bilden sie ein UNESCO-Welterbe, das seit Jahren Reisende aus aller Welt anzieht.

Monterosso al Mare – Strand, Komfort und Badevergnügen

Monterosso ist das größte und touristisch am besten erschlossene Dorf der Cinque Terre. Es verfügt über den längsten Sandstrand der Region und ist besonders bei Badeurlaubern sehr beliebt. Entlang der Promenade reihen sich Hotels, Cafés und Restaurants, die für ein lebendiges Urlaubsflair sorgen. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen bildet einen charmanten Kontrast zum modernen Strandbereich.

Vernazza – Das Postkartenmotiv der Cinque Terre

Vernazza gilt für viele als das schönste Dorf der Cinque Terre. Der kleine Naturhafen, umgeben von bunten Häusern und der mittelalterlichen Burg Doria, ist eines der meistfotografierten Motive Italiens. In der zentralen Piazza sitzen Besucher direkt am Wasser und genießen frischen Fisch und ligurische Spezialitäten. Trotz seiner Beliebtheit bewahrt Vernazza besonders in den Abendstunden eine romantische Atmosphäre.

Cinque Terre im Sommer - Vernazza

Corniglia – Das Dorf über dem Meer

Corniglia ist das einzige Dorf, das nicht direkt am Meer liegt, sondern auf einem rund 100 Meter hohen Felsen thront. Es ist über die berühmte „Lardarina“-Treppe mit mehr als 300 Stufen oder per Shuttlebus erreichbar. Durch seine erhöhte Lage bietet Corniglia spektakuläre Panoramablicke über die Küste und Weinberge. Gleichzeitig ist es meist etwas ruhiger als die anderen Dörfer.

Cinque Terre - Corniglia

Manarola – Farbenpracht und Sonnenuntergänge

Manarola ist bekannt für seine dicht aneinandergebauten, farbenfrohen Häuser, die steil aus dem Felsen wachsen. Das Dorf ist ein beliebter Treffpunkt für Fotografen, besonders bei Sonnenuntergang. Statt eines klassischen Strandes gibt es hier Felsen und Badeplattformen, die Mutige zum Sprung ins klare Wasser einladen. Abends herrscht in den kleinen Bars und Weinstuben eine entspannte, gemütliche Stimmung.

Cinque Terre im Sommer - Manarola

Riomaggiore – Lebendig und ursprünglich

Riomaggiore ist oft der erste Anlaufpunkt für Besucher, die aus Richtung La Spezia anreisen. Das Dorf erstreckt sich entlang eines schmalen Tals bis hinunter zum Hafen und wirkt besonders lebendig. Kleine Fischerboote, bunte Häuser und enge Treppen prägen das Ortsbild. Trotz des regen Tourismus hat sich Riomaggiore vielerorts seinen ursprünglichen, bodenständigen Charakter bewahrt.

Cinque Terre - Riomaggiore im Sommer

Sommer in den Cinque Terre: Sonne, Meer und Dolce Vita

Zwischen Juni und September zeigt sich die Region von ihrer schönsten Seite. Die Temperaturen liegen meist zwischen 25 und 30 Grad, das Meer lädt zum Baden ein und die Abende sind mild und lebendig. Cafés, Restaurants und kleine Bars öffnen ihre Terrassen, Straßenmusiker sorgen für mediterrane Stimmung, und der Duft von frischem Pesto liegt in der Luft.

Für Badeurlauber und Sonnenliebhaber ist der Sommer daher die perfekte Reisezeit. Besonders Monterosso bietet gute Bedingungen für entspannte Strandtage.

Die Kehrseite: Wenn das Paradies zu voll wird

So schön der Sommer auch ist – er bringt massive Besucherzahlen mit sich. Vor allem in den Monaten Juli und August sind die engen Gassen oft überfüllt, Züge zwischen den Dörfern platzen aus allen Nähten, und beliebte Fotospots sind selten menschenleer.

Hinzu kommen steigende Preise für Unterkünfte und Restaurants. Spontane Übernachtungen sind in der Hochsaison kaum möglich, viele Hotels sind Monate im Voraus ausgebucht.

Cinque Terre - Strand im Sommer

Wandern an der Cinque Terre mit Aussicht – aber nur mit Planung

Ein Highlight der Cinque Terre sind die spektakulären Wanderwege entlang der Küste. Im Sommer können diese zwar atemberaubend sein, doch Hitze und Andrang machen längere Touren anstrengend. Einige Wege werden bei zu hohem Besucheraufkommen zeitweise gesperrt.

Wer trotzdem wandern möchte, sollte früh morgens starten, ausreichend Wasser mitnehmen und sich vorab über den Zustand der Wege informieren.

Cinque Terre - Wandern

Tipps für einen gelungenen Sommerbesuch an der Cinque Terre

Wer die Cinque Terre im Sommer erleben möchte, kann mit guter Planung viel Stress vermeiden:

  • Früh aufstehen: Die frühen Morgenstunden sind ruhig und ideal für Fotos.
  • Nebensaison im Sommer nutzen: Juni und September sind meist angenehmer als Juli und August.
  • Unterkunft außerhalb buchen: La Spezia oder Levanto bieten oft günstigere Alternativen.
  • Cinque Terre Card nutzen: Sie ermöglicht unbegrenzte Zugfahrten und Zugang zu Wanderwegen.
  • Abseits der Hotspots essen: Kleine Trattorien in Nebenstraßen sind oft authentischer und günstiger.

Fazit: Lohnt sich Cinque Terre im Sommer?

Die Antwort lautet: Ja – aber mit Einschränkungen. Besonders für Badeurlauber lohnt sich ein Besuch in den Sommermonaten, denn das Meer ist angenehm warm und lädt zum ausgiebigen Schwimmen ein. Auch für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die auf die Ferienzeiten angewiesen sind, ist der Sommer oft die realistischste Reisezeit.

Wer hingegen flexibel ist und vor allem Ruhe, moderate Temperaturen und günstigere Preise schätzt, sollte die Cinque Terre lieber im Frühling oder Herbst besuchen. Dann ist es nicht so heiß, deutlich weniger überfüllt und meist wesentlich preiswerter – bei weiterhin traumhafter Kulisse.

Am Ende gilt: Mit realistischer Erwartung, guter Planung und etwas Geduld bleibt die Cinque Terre auch im Sommer ein Ort, der verzaubert – trotz oder vielleicht gerade wegen seines weltweiten Ruhms.

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