Madeira: Das Wanderparadies mit garantiertem Meerblick

Auf und nieder, immer wieder: Auf Madeira liegen Küste und Hochgebirge so nah beisammen wie kaum irgendwo anders. Berge, die fast direkt ins Meer hinabfallen, tief eingeschnittene Täler. Dazu lockt das ganzjährig milde Klima. Damit bietet sich die Insel des ewigen Frühlings mit ihrer bezaubernden Natur und ihren atemberaubenden Ausblicken perfekt für einen Wanderurlaub an. Selbst wer nicht super sportlich ist und gerne am Strand liegt, findet auf den einfachen Wanderwegen einen schönen Ausgleich zum Faulenzen. Für alle Wanderer mit guter Kondition und für echte Bergsteiger sind ebenfalls jede Menge anspruchsvoller Touren vorhanden.

Wir stellen hier ein paar Wanderungen der verschiedenen Schwierigkeitsgrade vor und haben am Ende ein paar Tipps, was Urlauber auf Madeira sonst noch anstellen können.

Der Klassiker: Rundwanderweg um die Halbinsel Ponta de São Lourenço

Diese Wanderung auf der östlichsten Halbinsel ist der wunderschöne Klassiker unter den Madeira-Touren. Der Strand Prainha – im Übrigen der einzige natürlich Sandstrand Madeiras – bietet sich als Startpunkt an. Von dort lässt sich die felsige und windige Halbinsel mit ihren gigantischen Felswänden und der unberührten, kargen Natur prima erkunden. Die Wanderung ist einfach und auch für Kinder geeignet. Trotzdem sollten festes Schuhwerk, Sonnenschutz und Verpflegung/Getränke auf keinen Fall fehlen. Bei der Rast bietet sich eine großartige Aussicht aufs Meer, wenn unten die Wellen an die Felsen klatschen. Die Ponta de São Lourenço ist 9 Kilometer lang und 2 Kilometer breit und wurde aufgrund ihrer schützenswerten Flora und Fauna zum Naturreservat erklärt. Besonders schön leuchten die Farben am Nachmittag.

Mittelschwere Tour: Wanderung zum Penha de Aguia

Von Faial aus geht eine mittelschwere Wanderung auf den imposanten Felsen Penha de Aguia (590 m). Für die rund 550 Höhenmeter sind an vielen Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Der erste Teil des Wanderwegs ist ziemlich steil und bei feuchter Witterung rutschig. Die Anstrengungen werden mit einem zauberhaften Ausblick auf den Ort Faial und die Küste belohnt. Nach einer Passage durch den dichten Wald ist der höchste Punkt des Felsens erreicht. Der Blick schweift von dort über die herrliche Landschaft bis zum höchsten Berg Madeiras, dem Pico Ruivo. Wer sich noch nicht sattgesehen hat, geht auf einem schlecht markierten Weg zu einem Aussichtspunkt weiter, der Blicke über Port da Cruz und die Nordostküste bietet.

Anspruchsvolle Bergtour: Die Besteigung des Pico Ruivo

Die anspruchsvollste und zugleich schönste Wanderung auf Madeira ist die Besteigung des Pico Ruivo (1862 m), des höchsten Gipfels der Insel, von der Nordseite aus. Die Tour ist angesichts der Herausforderungen ausschließlich für sportlich-geübte Wanderer mit einer guten Kondition zu empfehlen. Schließlich gilt es auf einer Strecke von fast 20 Kilometern satte 1500 Höhenmeter (bergauf und bergab) zu bewältigen. Besonders faszinierend: Vom Ausgangspunkt, dem Ort Ilha, aus geht es durch verschiedene Vegetationszonen. Bis auf rund 300 Meter Höhe führt der Weg an einem Entwässerungskanal (Levada) entlang durch Wiesen, die von vielen Sträuchern gesäumt sind. Zwischen 300 und 1300 Meter erstreckt sich ein dichter und abenteuerlicher Lorbeerwald. Danach gibt es endlich freie Blicke auf die ganze Insel. Spektakulär! Wer im Winter wandert, kann Richtung Gipfel sogar durch den Schnee stapfen und mit ein wenig Glück das einmalige Naturschauspiel Wolkenmeer von oben beobachten. Wer nicht so viel Zeit oder Kondition hat, erreicht den Pico Ruivo vom Parkplatz Achada do Teixeira (1592 m) nach einer leichten Wanderung ganz gemütlich. Auch auf den benachbarten Gipfel Pico do Arieiro kann man fast komplett mit dem Auto fahren.

Weitere lohnenswerte Wanderungen:

– Küstenwanderung von Jardim do Mar nach Paul do Mar durch große Steine und Geröll, zwischen imposanten Felsen und dem Meer. Diese Tour ist aber nur zu bestimmten Zeiten bei Ebbe und ruhigem Ozean möglich.

– Von Jardin do Mar über einen steilen Wanderweg nach Prazeres und zum wunderschönen Aussichtspunkt (550 m) in der Nähe des Hotels Jardim Atlantico, inklusive Aussicht auf die Küste und die Orte Jardim do Mar und Paul do Mar.

– Leichte Wanderung von Ponta Delgada zum Restaurant Sao Cristovao, das direkt vor einer gigantischen Klippe liegt. Hier gibt es auf wenig befahrenen Straßen Landschaften wie im Bilderbuch zu genießen. Der Aussichtspunkt in der Nähe des Restaurants ist ein beliebtes Fotomotiv auf den Umschlagseiten vieler Reiseführer.

Wer von den Ausflügen in die Höhe pausieren will, kann sich Funchal, die Hauptstadt Madeiras, ansehen. Rund 110.000 Einwohner leben hier. Die Markthalle von Funchal mit seinen frischen Köstlichkeiten aus dem Meer und von den Feldern ist ein Pflichtbesuch. Ebenso wie die Kathedrale Sé und der botanische Garten. Absolut spektakulär ist die Korbschlittenfahrt vom Villenvorort Monte vier Kilometer hinunter nach Funchal. Mit beachtlicher Geschwindigkeit geht es die steilen, engen Straßen hinab. Aber keine Angst: Die weiß gekleideten Carreireros, die Korbschlittenfahrer, bringen alle Touristen sicher ans Ziel.

Land und Leute lassen sich ansonsten sehr gut in vielen kleinen Städten und Fischerdörfern erkunden. Jeder Ort hat seinen ganz eigenen, ursprünglichen Charme. Definitiv einen Ausflug wert sind Calheta, Câmara de Lobos, Machico, Ponta do Sol, Porto Moniz, Santana, Santa Cruz und São Vicente. Nicht zu vergessen Ribeira Brava im sonnigen Süden, das von unzähligen Bananenplantagen umgeben ist.

Durch ihr überaus angenehmes Klima lädt die Blumeninsel Madeira das ganze Jahr über zu sportlichen Aktivitäten ein. Neben dem Wandern gibt es noch die Möglichkeiten für Canyoning, Klettern, Radfahren/Mountainbike, Paragliding, verschiedene Wassersportarten und Golf. Und für die ganz Gemütlichen und Naturverbundenen lockt sogar ein extra Barfußpfad.

Unsere Reisetipps:

Hotels: Die benachbarten Häuser Roca Mar und Royal Orchid in kleinen Ferienort Caniço de Baixo sind sehr empfehlenswert. Beides sind mittelgroße 3,5-Sterne Hotels, die traumhaft direkt an der Felsküste liegen und herrliche Blicke auf den Atlantik bieten. Besonders schön: Das Frühstücken auf der sonnigen Terrasse des Roca Mar und die abendliche Schwimmrunde im Hallenbad des Schwesterhotels Royal Orchid mit Sonnenuntergangstimmung.

Restaurants: In den Restaurants Atlantis (direkt am Meer) sowie Residencial Klenk’s Cafe in Caniço de Baixo kann man in ansprechendem Ambiente lecker Fisch und Fleisch zu bezahlbaren Preisen genießen.

Cafés: Im hübschen Ort Porto da Cruz im Norden Madeiras gibt es im Lokal Vila Bella Kaffee und Kuchen mit herrlichen Blicken auf die Steilküste.

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